Am Samstag, 15. Oktober sind rund 180 Teilnehmer/innen aus dem gesamten Pustertal nach Bruneck gekommen, um friedlich mehr Solidarität und echte Demokratie einzufordern. Zwölf im Umweltbereich und im sozialen Engagement tätige Vereine hatten dazu aufgerufen, dem Appell der spanischen Bürgerbewegung „Democracia real Ya“ zu folgen und auch in Südtirol ein deutliches, gewaltfreies Zeichen der weltweiten Solidarität zu setzen.
Um 17 Uhr begann die Veranstaltung in der Alten Turnhalle in Bruneck mit einem Impulsreferat von Frau Maria Kusstatscher, stellvertretende Vorsitzende des KVW zum Thema „Zukunft braucht Solidarität“. Sie verwies darauf, dass durch die akute Finanzkrise, die falsche Sparpolitik, zunehmende Individualisierung, den Konsumzwang und die Überbewertung von Leistung die menschlichen Werte wie Pflege der Gemeinschaft, Zivilcourage und der Einsatz für Schwächere zunehmend auf der Strecke bleiben, obwohl sie wesentliche Grundlage eines Sozialstaates sind. In der anschließenden lebhaften Diskussion brachten mehrere Zuhörer ihre Sorgen und Meinungen an Hand von praktischen Beispielen ein. Ein Kurzfilm mit Botschaften der indischen alternativen Nobelpreisträgerin Vandana Shiva zeigte die schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen in aller Welt und regte zum Nachdenken an. Mittels Info-Tischen gaben die verschiedenen Vereine Einblick in ihre Tätigkeiten und ein Büchertisch bot entsprechende Literatur an. Ab 18 Uhr spielte die bekannte Musikband „Blue Bee“ im Tschurtschenthaler Park und die OEW-Weltgruppe bot warmen Tee zum Aufwärmen an. Dazwischen wurde nochmals auf die Bedeutung der weltweiten Forderungen nach mehr Mitsprache und Gerechtigkeit hingewiesen, so wie es zur selben Zeit tausende von Menschen auf den Straßen von 800 Städten einfordern. Schweigend zogen die Menschen dann mit einer Lichterkette durch die Altstadt, deponierten die Lichter in Form eines Kreises im Tschurtschenthalerpark als Symbol für die „Erleuchtung“ der politisch Verantwortlichen, da sie ihre Hausaufgaben im Sinne des Gemeinwohles zunehmend vernachlässigen.
Christine Baumgartner
Mitorganisatorin
17.10.2011







