Last-Minute-Verwüstungen

Gemeinsame Presseaussendung der Plattform pro Pustertal und des Heimatpflegeverbandes, Bezirk Pustertal

Der fortschreitende Klimawandel wird weltweit erschrocken zur Kenntnis genommen und man bemüht sich überall, die katastrophalen Folgen zu begrenzen bzw. von Klimafaktoren abhängige Wirtschaftsformen an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

So stellt man sich z.B. in der Schweiz angesichts unbestreitbar ausbleibender Winterniederschläge mit voller Kraft auf eine Aufwertung des Sommertourismus bzw. auf sehr sensiblen Umgang mit Landschaftskapital um.

Nicht so in Südtirol.

Bei uns häufen sich in letzter Zeit Bestrebungen, Wintertourismus-Großprojekte, die unsere Naturlandschaft schwer beeinträchtigen würden, wider besseren Wissens und mit bisher ungekannter Rücksichtslosigkeit voranzutreiben.

Seiser Alm, Klausberg, Kronplatz-Ried, Altfasstal … und ganz aktuell: Skischaukel Sexten-Sillian.

Man hantiert jeweils mit schlichtesten Argumenten.

Die Binsenweisheit, dass „wir direkt oder indirekt alle vom Tourismus leben“, stellt schon das Maximum an Argumentationsbereitschaft/fähigkeit dar.

Postulierte unabdingbare Bedürfnisse einer nicht näher definierten „Wirtschaft“, die selbstverständlich jeweils „auf die Umwelt achtet“, sollen jeden Frevel rechtfertigen.

Die Hinterfragung der genauen Definition dieser bauwütigen Wirtschaft bleibt unbeantwortet.

Das sollte auch nicht weiter verwundern, denn die offensichtlich verifizierbaren Profiteure sind sattsam bekannte Baufirmen und Aufstiegsanlagen-Bauer und Betreiber/Aktionäre.

Insbesondere Letztere haben aber mit dem einhellig gewünschten Qualitätstourismus wenig vor, da in erster Linie die Vervielfachung der Zahl der Aufstiegsanlagennutzer das Kriterium ist, das bekanntlich immer öfter mit Unterbringungs-Dumpingpreisen angestrebt wird.

Diese Massen sorgen bekanntermaßen dafür, dass Ruhe – sowie unberührte Landschaft und gesunde Umwelt suchende Gäste vor allem im Sommer andere Ziele finden werden.

So ist es absehbar, dass wesentliche Teile der „Wirtschaft, von der wir alle leben“ von dieser Entwicklung alles eher als profitieren: Traditionelle Beherbergungsbetriebe samt Stammgästen, Bauern, denen man die Gründe nimmt und Kaufleute, für die die Budgets der neuen Massen-Klientel keinen Spielraum lassen.

Bald könnten durch solche Sachzwänge auch die qualitativ hochwertigen Leistungen unserer Handwerker der globalisierten Konkurrenz weichen müssen.

Die PPP warnt vor dieser Entwicklung und organisiert am 12.Oktober im Brunecker Pacherhaus eine Abendveranstaltung zum Thema: „Klimawandel und Wintertourismus.“

Neben der prominenten Hauptreferentin, Frau Professor Kramb Kolb werden Vertreter der hiesigen Tourismuswirtschaft anwesend sein, welche bereit sind, durch ihre Beiträge die Diskussion zu beleben.

Bruneck, 14.06.2007

Walter Harpf
Claudia Plaikner
Christine Baumgartner

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