Was tun die Klimagemeinden konkret?

Seit einiger Zeit präsentiert sich das Pustertal an den Ortseinfahrten als „Klimatal“. Fast alle Pustertaler Gemeinden sind inzwischen Mitglied im Klimabündnis. Die Plattform Pro Pustertal wollte sich einen Überblick über die konkreten Inititiativen verschaffen und hat hierzu im April d. J. ein Schreiben an die Pustertaler Gemeinden geschickt mit folgenden Fragen:

  • Welche Initiativen wurden bisher auf Gemeindeebene unternommen im Bereich Sensibilisierung der Bevölkerung, Energieeinsparung, Nutzung erneuerbarer Energien, Reduzierung des motorisierten Verkehrs?
  • Wurden einzelne Maßnahmen einer Bewertung unterzogen, in welchem Maß sie zur Reduktion von Treibhausgasen beigetragen haben? Wenn ja, welche waren die Ergebnisse?

Nur sieben Gemeinden haben den Brief beantwortet. Die Angaben waren zumeist knapp und allgemein gehalten und bezogen sich größtenteils auf Fernwärmeprojekte und allgemeine Initiativen zur Sensibilisierung der Bevölkerung, z. B. Informationsabende oder Aufrufe. Keine Gemeinde hat berichtet, dass Maßnahmen einer Bewertung unterzogen wurden bzw. dass versucht wurde, das Ausmaß der erreichten CO2-Reduzierung zu quantifizieren.

Beim Klimabündnis zu sein gehört inzwischen offensichtlich zum guten Ton und Initiativen zum Klimaschutz werden von den politischen Verantwortungsträgern auch als gute Gelegenheit zur Profilierung gesehen. Das ist durchaus erfreulich, auch weil es zeigt, dass die fundamentale Bedeutung dieses Themas nach Jahrzehnten der Warnungen endlich auf breiter Ebene anerkannt wird.

Wir weisen aber darauf hin, dass sich die Gemeinden im Klimabündnis klar zur Zielsetzung bekennen, den Energieverbrauch und den motorisierten Verkehr zu reduzieren und bis 2010 den CO2-Ausstoß zu halbieren. Dafür sind einschneidende Maßnahmen erforderlich, die weit über Goodwill-Aktionen hinausgehen und auch Entscheidungen erfordern, die nicht immer den Beifall aller finden werden.
Im Pustertal ist vor allem die Einbremsung des stetig weiter wachsenden motorisierten Verkehrs erforderlich, in erster Linie durch Zurückhaltung im Bau von Straßen und anderen Strukturen für den motorisierten Verkehr. Eine Tendenz in diese Richtung können wir leider absolut nicht feststellen. Ebenso ist eine rasche Verbesserung der Energieeffizienz der bestehenden Bausubstanz zu erreichen.

Wir erwarten uns, dass die Gemeindeverwaltungen den Klimaschutz effektiv als eines der Kernziele ihrer Tätigkeit betrachten und wirksame Maßnahmen treffen, die es uns ermöglichen, den Verpflichtungen des Klimabündnisses auch tatsächlich nachzukommen.

Bruneck, 11.08.2007
Für die Arbeitsgruppe Energie der Plattform Pro Pustertal

Gerd Heiter
Hanspeter Niederkofler

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