Anschluss Gadertal: eine Fehlentscheidung

Die neue Anbindung der Gadertaler Straße an die Pustertaler Straße beim Klosterwald soll noch in diesem Jahr in Bau gehen. Die Plattform Pro Pustertal kann nur nochmals bekräftigen, dass sie die vom Land durchgesetzte Variante für einen schweren Fehler hält. Auch wenn sie gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Kreuzung direkt am Sonnenburger Hügel einen gewissen Fortschritt darstellt, ist sie aus unserer Sicht nicht tragbar und die Tobl-Variante wäre auf jeden Fall vorzuziehen gewesen.

  • Es ist immer noch eine schwere landschaftliche Beeinträchtigung in einem landschafttlich-historisch sehr wertvollen Gebiet. Es wird damit auch westlich von St. Lorenzen das Tal mit einem aufwändigen Bauwerk durchschnitten (Brücke über Eisenbahn und Stausee, überzogenes Kreuzungsbauwerk), in unmittelbarer Nähe der Kolsterwald-Kapelle. Der Blick von Bruneck kommend und von Sonnenburg aus Richtung Kniepass wird schwer entstellt. Das Gesamtensemlbe zwischen Sonnenburg und Kniepass, das auch aus touristischer Sicht einen einmaligen Wert darstellt, ist damit zerstört.
  • Die vorgesehenen Kosten von über 41 Millionen Euro für die Anbindung einer Straße, die im Jahresschnitt ca. 5.000 Fahrzeuge am Tag aufweist, können nur als aberwitzig bezeichnet werden. Man bedenke auch die hohen Instandhaltungskosten. Angesichts solcher Entscheidungen wirken die Kostenargumente bei anderen Projekten wenig glaubwürdig.
  • Die vorgesehene Variante löst die Verkehrsprobleme zu Spitzenzeiten (Urlauberschichtwechsel in der Hochsaison) nicht. Zu diesen Zeiten ist auch die Pustertaler Straße von Bruneck kommend sehr stark befahren und das Einfädeln von der Gadertaler Straße aus wird dadurch erschwert. Konkret besteht die Gefahr, dass sich der aus dem Gadertal kommende Verkehr bis in den Klosterwald-Tunnel hinein staut. Zudem liegt die Kreuzung an einer Stelle, auf der sehr hohe Geschwindigkeiten gefahren werden, was das Einfädeln auch bei normalen Verkehrsverhältnissen erschwert und gefährlich macht.
  • Die Ausfahrt aus dem Tunnel liegt nördlich an einer schattigen Stelle und weist über 5% Gefälle auf, was bei niedrigen Temperaturen problematisch ist, auch angesichts der Feuchtigkeit, die vom Stausee ausgeht.
  • Übers Jahr betrachtet fließt ein Großteil des Verkehrs aus dem Gadertal in Richtung Brennerautobahn, wofür die Tobl-Variante eine bessere Lösung darstellt als die vom Land gewählte Klosterwald-Variante.
  • Die Tobl-Variante wäre auf jeden Fall vorzuziehen, da die Querung der Bahn und des Stausees an einer weniger sensiblen und einsehbaren Stelle erfolgt, außerhalb des Banngebietes, und auch die Kreuzung landschaftsschonender verwirklichbar wäre. Die Zone ist bereits mit diversen Infrastrukturen versehen (Kraftwerk, Kläranlage, Biogasanlage, Klärschlammverbrennungsanlage), die mit der Tobl-Variante auch besser erschlossen wären, z. B. für die Anlieferung von Klärschlamm und Biomasse.

Für die PPP
Michl Töchterle
Hans Peter Niederkofler
Walter Harpf

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