Landschaftszerstörung in Gsies

Pressemitteilung PPP und Heimatpflegeverband

Die Plattform Pro Pustertal und der Heimatpflegeverband Pustertal sind schockiert, wie imhintersten Gsiesertal mit der ursprünglichen Landschaft umgegangen wird.
Mit Verwunderung stellen wir fest, dass in sogenannten gelben Zonen, also jenen Zonen, die von der Landesregierung als „ Landschaftsschutzgebiet mit besonders wertvollem Landschaftsgepräge“ ausgewiesen worden sind, trotzdem ungehindert gebaggert, gerodet und zerstört wird.

Beim Rotmoosgebiet und dem angrenzenden „Binta Piza“ in St.Magdalena/Gsies wird zur Zeit kräftig gearbeitet, sodass die landschaftlichen Eingriffe nicht mehr zu übersehen sind.

Natürlich müssen Kanalisierungsarbeiten vorgenommen werden, aber gerade das Rotmoosgebiet wird zur Zeit zum wiederholten Male planiert, verrohrt und entstellt.

Das gesamte Gebiet war einst ein landschaftliches Juwel, reich an Biodiversität und deshalb für Gäste und Einheimische eine Oase der Ruhe und Erholung. Das Gebiet ist ganzjährig von großer touristischer Bedeutung. Insbesondere im Winter als Wander und Langlaufgebiet, bringt der Talschluss ideale Voraussetzungen für sanften Tourismus.

Da schon sehr viel landschaftliches Kapital unwiederbringlich verschwunden ist, müsse man rechtzeitig umdenken und das vorhandene respektieren und schützen.

Durch das unverständlich hemdsärmelige Vorgehen des Bergbonifizierungskonsortium Gsies /Taisten wurde beispielsweise ein offener Wasserwaal zugeschüttet und der einst prächtige Fichtenwald, der sich bis in die Talebene herunterzog, ist zu einer Müllhalde verkommen. Zudem verunstalten Bau- und Betonlager, Müllreste und dergleichen, den Waldboden.

Die paar Bäume die noch stehen, werden wohl durch den nächsten heftigen Gewittersturm entwurzelt werden, sodass die endgültige Zerstörung dieses idyllischen Ortes bereits vorprogrammiert ist.

Dasselbe Bild der Verwüstung und Zerstörung bietet sich auch im „Binta Piza“. Auch hier geht man mit Brachialgewalt an die Natursubstanz und baggert ohne erkennbare Notwendigkeit einfach einen weiteren Weg in die Landschaft, wodurch geschütztes Gebiet zerstört wird. Die Wiesen sind bereits mit einem Feldweg gut erschlossen, wodurch die Bewirtschaftung gewährleistet ist. Außerdem quert der geplante Weg den bestehenden Talblickweg, der wiederum mit hohen Kosten verlegt werden muss.

Die Plattform Pro Pustertal und die Heimatpfleger fordern die Entscheidungsträger auf, dieses sinnlose Projekt zu überdenken und den entstandenen Schaden durch
Renaturierungsmaßnahmen wieder gutzumachen.

Wir appellieren an die Gemeindeverwalter, öfters den Mut aufzubringen, “ NEIN“ zu sagen und die Sinnhaftigkeit derartiger Projekte zu hinterfragen. Den Auftraggebern wünschen wir nicht nur mehr Sensibilität und Ehrfurcht vor der Natur, sondern auch die Einsicht, dass weniger meistens mehr ist – nicht zuletzt im Sinne des Tourismusstandortes Gsiesertal!

29.05.2008
Michl Burger

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