Großumfahrung Vintl: schwere Fehlentscheidung

Gemeinsame Presseaussendung Umweltgruppe Vintl, Bürgerforum Südtirol, Plattform Pro Pustertal

Die Landesregierung sieht im Baubeginn der neuen Großumfahrung von Vintl offensichtlich einen Grund zum Feiern. Für die Umweltschutzgruppe Vintl , das Bürgerforum Südtirol und die Plattform Pro Pustertal ist es ein trauriger und ärgerlicher Anlass, weil hier zum wiederholten Mal wider besseres Wissen und trotz aller Warnungen ein Großprojekt durchgezogen wird, welches das untere Pustertal nachhaltig schädigt und enorme Summen verschlingt, die anderswo wesentlich sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Was in beschönigender Weise als „Umfahrung“ bezeichnet wird, ist mit über 5,5 km der bisher längste Neubauabschnitt auf der Pustertaler Straße, der das untere Pustertal definitiv dem Durchzugsverkehr ausliefert. Dafür wurde eigens und im Widerspruch zum Gewässerschutzgesetz die Rienz verlegt. Die bisher ruhige Südseite des Tales mit Fluss und Radweg, ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet für Vintl, wird damit schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Um die Ortskerne von Nieder- und Obervintl vom Verkehr zu entlasten, würden zwei kurze Unterflurabschnitte von insgesamt weniger als 1,5 km Länge genügen. Die wirkliche Funktion der „Umfahrung“ ist die Beschleunigung und Attraktivierung der Straße. Die Folgen sind mehr Verkehr, mehr Emissionen, mehr Lärm, mehr Energieverbrauch und wahrscheinlich mehr schwere Unfälle. Die Staus in der touristischen Hochsaison wird auch dieses Bauwerk nicht verhindern können, sie könnten sogar noch länger werden, weil ein weiterer Abschnitt mit gemäßigter Geschwindigkeit wegfällt.

Kurz gesagt: ein weiterer, entscheidender Schritt zur Verwüstung unseres Tales, hohe Kosten, ein Gewinn vielleicht für die ausführenden Bauunternehmen, ein nachhaltiger Schaden für uns alle. Angesichts der Tatsache, wie stur man auf derartigen Fehlentscheidungen beharrt, nehmen sich die Investitionen in die Eisenbahn höchstens als Beiwerk aus. Die Verkehrspolitik der Landesregierung jedenfalls erweist sich einmal mehr als unglaubwürdig.

Für:
Umweltschutzgruppe Vintl: Toni Steinhauser und Monika Dorner
Bürgerforum Südtirol: Walter Harpf
PPP: Hans Peter Niederkofler

10. August 2008

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