Vortrag: Lärm und Gesundheit, 10.10.2008

Plattform Pro Pustertal
KVW
Pustertaler Basisärzte/Kinderärzte

LÄRM UND GESUNDHEIT

Informationsabend mit Diskussion
Freitag am 10. Oktober 2008
Bruneck – Alte Turnhalle
um 20.00 Uhr

Referent: Dr. Gottfried Kühebacher, Primar im Krankenhaus Innichen

Das technische Zeitalter mit seinen großartigen, vielfältigen Erfindungen beschert uns heute im Gegensatz zur früheren Lebensweise einen beachtlichen Zuwachs an störendem Lärm.
Wissenschaftliche Studien konnten nachweisen, dass Lärm sich eindeutig auf die körperliche, psychische und soziale Gesundheit auswirkt.
Neben den Hörschäden sind dies:

  • Schlafstörungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Kommunikationsprobleme
  • Psychische Beeinträchtigung
  • Leistungsprobleme
  • Konzentrationsstörungen

Kleinkinder, Hör- und Sehgeschädigte Menschen sowie Senioren und Langzeitkranke sind besonders belastet und
umfassen einen beträchtlichen Anteil der Bevölkerung. Die Behandlung der lärmbedingten Gesundheitsprobleme verursacht
langfristig eine erhöhte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens.

In Europa ist der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft die Hauptquelle der Lärmbelastung. Ungefähr 30 % der europäischen Bevölkerung sind einer verkehrsbedingten Lärmbelastung ausgesetzt, die über dem Richtwert von 55 Dezibel liegt. Der beim Straßen- und Flugverkehr beobachtbare Wachstumstrend ist alarmierend, da Autobesitz und Nutzung immer noch steigend sind. Flugzeuge sind zwar leiser geworden, die Anzahl der Flüge hast jedoch massiv zugenommen. Gehörverlust kann bei langfristiger Lärmbelastung von mehr als 85 Dezibel oder bei Schallspitzen von 140 Dezibel auftreten. Weiters führt Lärm zur Beeinträchtigung der Kommunikation, welche wiederum negativen Einfluß auf die Konzentration und den Spracherwerb hat und nicht zuletzt erhöhte Unfallraten auf Grund von Missverständnissen mitbedingt. Die meisten Menschen kennen Schlafstörungen durch Verkehrslärm in Form von Einschlafschwierigkeiten oder Veränderungen der Schlaf-und Aufwachrythmen. Sekundär vermindert sich die Schlafqualität , es bleibt morgendliche Ermüdung und vermindertes Wohlbefinden mit Leistungsbeeinträchtigung ,häufig dann auch erhöhter Bedarf an Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Bei Kindern zeigten Studien, dass chronische Lärmbelastung in der frühen Kindheit das Erlernen des Lesens sowie die Fähigkeit zur Selbstmotivation beeinträchtigt. Im menschlichen Herz-Kreislaufsystem kommt es zu Gefäßverengung, Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdruckes mit vermehrter Freisetzung von Streßhormonen. Es gibt Hinweise dafür, dass Lärm bei hohen Pegeln einen Rückgang der Hilfsbereitschaft nach sich zieht. Eine Studie im Tiroler Unterinntal zeigte eindeutig, dass Verkehrslärm das Schulverhalten und die psychische Gesundheit von Kindern negativ beeinflusst. Wie sehr Menschen sich von Lärm belästigt fühlen, hängt davon ab, bei welcher Aktivität er sie stört z.B. bei Gesprächen, Musikhören ,Ruhepausen oder im Schlaf. Je unerwünschter, umso störender und belastender wird er empfunden.

Christine Baumgartner
07.10.2008

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