Genehmigte Skipisten: Fehlentscheidung der Landesregierung

Pressemitteilung der Plattform Pro Pustertal

Die Landesregierung hat mit der Eintragung neuer Pisten in den Skipistenplan eine mehr als bedenkliche Entscheidung getroffen. Angesichts von Klimawandel und Wirtschaftskrise weiterhin wertvollste Ressourcen für eine fragwürdige Expansion des Skitourismus zu opfern bedeutet nicht nur eine untragbare Schädigung von Natur und Landschaft, sondern ist auch wirtschaftlich bzw. langfristig mehr als zweifelhaft.

Das Projekt „Ried“ ist nichts als eine notdürftig als „Mobilitätsprojekt“ verschleierte, großangelegte Neuerschließung an der einzigen Flanke des Kronplatzes, die von der skitouristischen Erschließung verschont geblieben ist. Für die Eintragung dieses Projektes in den Skipistenplan fehlen zudem die Voraussetzungen. Die Gemeinde Bruneck hat nie seine Eintragung beantragt und es wurde eine Volksbefragung zur Zukunft des Nordosthanges des Kronplatzes in die Wege geleitet. Zumindest der demokratische Anstand befiehlt in dieser Frage, jegliche Entscheidung auszusetzen, bevor diese Volksbefragung nicht stattgefunden hat.

Auch für die neue Piste auf der Olanger Seite des Kronplatzes (Mühlbach) hat die Gemeinde Olang nie die Eintragung in den Skipistenplan beantragt, sondern lediglich in einem Beschluss die Bedingungen für eine Zustimmung zur Eintragung festgelegt. Keine dieser Bedingungen ist bis heute erfüllt.

Die geplante Neuerschließung in Sexten (Helm-Rotwand) zerstört einmalige Natur- und Kulturlandschaft, ein wichtiges Ruhegebiet für Tier und Mensch, ist hydrologisch sehr bedenklich und hat für den Sommertourismus schwerwiegende Folgen.

Die Landesregierung hat offensichtlich nichts dazugelernt – weder aus den klimatischen und wirtschaftlichen Veränderungen noch aus dem wachsenden Unmut in der Bevölkerung angesichts der Art und Weise, wie Großprojekte weiterhin über die Köpfe hinweg und allen Bedenken zum Trotz durchgezogen werden.

Im Herbst wird über die Erweiterung der demokratischen Mitbestimmungsrechte im Land abgestimmt. Auch angesichts solcher Entscheidungen rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich Gehör zu verschaffen und sich dafür einzusetzen, dass die Abstimmung für ein besseres Gesetz zur direkten Demokratie ein Erfolg wird.

Für die PPP
Dr. Christine Baumgartner

Bruneck, 24.06.2009

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