PM: Strategische Umweltprüfung Skipistenplan: widersprüchlich und enttäuschend

Der Landesumweltbeirat hat im Zuge der strategischen Umweltprüfung (SUP) zum überarbeiteten Skipistenplan vollkommen widersprüchliche Entscheidungen getroffen, die große Zweifel an der Unabhängigkeit der Umweltprüfungen in Südtirol aufkommen lassen.

Die Plattform Pro Pustertal begrüßt, dass die Sextner Verbindungspläne Helm-Rotwand abgelehnt wurden, weil sie einen zu großen landschaftlichen Eingriff zur Folge hätten und ein Projekt dieser Größenordnung nicht in die dreijährige Überarbeitung des Skipistenplans aufgenommen werden kann. Wir fordern die Landesregierung auf, dieser Bewertung Rechnung zu tragen und nicht, wie so oft schon, negative Umweltgutachten einfach zu ignorieren.

Was den Beirat allerdings bewogen hat, das Projekt „Ried“ einfach ohne Diskussion durchzuwinken, darüber kann man nur Vermutungen anstellen:

  • Das Projekt „Ried“ stellt einen gewaltigen landschaftlichen Eingriff in einem nicht erschlossenen Gebiet dar.
  • Es ist eine groß angelegte Neuerschließung und damit in der Überarbeitung des Skipistenplans auf keinen Fall zulässig. – Es sieht eine Piste in einer Höhenlage vor, die für Neuanlagen absolut nicht mehr in Frage kommen sollte.
  • Die positive UVP-Bewertung kam unter anderem aufgrund mangelhafter und falscher Angaben zu CO2-Bilanz und Verkehrsauswirkungen zustande. Die CO2-Bilanz ist in der Zwischenzeit neu erstellt worden und ergibt ca. 700 Tonnen zusätzliche Emissionen im Jahr, auch wenn man die mehr als optimistischen Zahlen zur Verkehrsverlagerung zugrunde legt.

Damit ist das Projekt klar abzulehnen, ein Beirat der für die Bewertung der UMWELTauswirkungen zuständig ist, kann zu keinem anderen Schluss kommen. Aber das Projekt „Ried“ verfügt offensichtlich über eine politische Vorzugsschiene, und deshalb sind in diesem Fall Umwelt und Landschaft nebensächlich, auch für die Mehrheit der Mitglieder des Umweltbeirats. Beschämend.

Der Widerstand gegen das Projekt „Ried“ geht auf jeden Fall weiter, wir bestehen auf der Volksbefragung und darauf, dass die Rechte der betroffenen Grundbesitzer gewahrt bleiben, denn Aufstiegsanlagen und Skipisten sind private Bauten, die keine Zwangsmaßnahmen rechtfertigen. Speziell das Projekt „Ried“ ist nicht im öffentlichen Interesse, sondern im alleinigen Interesse einer einzigen der drei am Kronplatz tätigen Seilbahngesellschaften.

Bruneck, 09.02.2010
Für die Plattform Pro Pustertal:
Christine Baumgartner
Hanspeter Niederkofler
Walter Harpf

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: