Klimawandel und Konsumverhalten – Freitag, 5. März 2010, Alte Turnhalle

Pressemitteilung der PPP

Die Plattform Pro Pustertal organisiert in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Bäurinnenorganisation, dem Brunecker Bauernmarkt, dem KVW und der Fachschule für Haus- und Landwirtschaft Dietenheim organisiert am Freitag,5.März um 2o Uhr in der Alten Turnhalle in Bruneck einen Informationsabend zum Thema „Klimawandel und Konsumverhalten“.

Weltweite Messungen an Bodenstationen, mit Radiosonden und neuerdings durch Satelliten lassen keinen Zweifel daran, dass sich das globale Klima seit Beginn der Klimaaufzeichnungen in 1860 erheblich verändert hat. In diesem Zeitraum ist die globale Jahresmitteltemperatur um insgesamt 0.8°C angestiegen, was in etwa einem Viertel der Temperaturdifferenz zwischen der letzten Eiszeit vor ca. 20 Tausend Jahren und der heutigen Warmzeit entspricht.

Wesentliche Ursachen für den Klimawandel sind menschliche Aktivitäten, hier insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdgas und Erdöl), durch die in zunehmendem Maße Kohlendioxid in die Atmosphäre emittiert und dadurch der natürliche Strahlungshaushalt der Atmosphäre gestört wird.

Im Alpenbereich ist die Temperatur mit mehr als 2.0°C und damit doppelt so schnell angestiegen wie im globalen Mittel. Noch wichtiger sind die Veränderungen der Niederschlagsmengen, die sich in den einzelnen Alpengebieten regional unterschiedlich entwickelt haben und insgesamt eine deutliche Veränderung der saisonalen Niederschlagsverteilung aufweisen. Diese Änderungen sind südlich und nördlich der Alpen unterschiedlich ausgeprägt und haben bereits heute erhebliche Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft sowie auf die Stabilität natürlicher Ökosysteme und deren Schutzfunktionen. Darüber hinaus hat Zunahme der meteorologischen Extremereignisse (Sturm, Starkniederschläge, Dürren) zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden geführt. Besonders betroffen vom Klimawandel sind die niedrig gelegenen Wintersportgebiete, in denen der Wintertourismus mit zunehmenden Jahren eine immer geringere Bedeutung einnehmen wird.

Wesentliche Ursachen für den Klimawandel sind menschliche Aktivitäten, hier insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdgas und Erdöl), durch die in zunehmendem Maße Kohlendioxid in die Atmosphäre emittiert und dadurch der natürliche Strahlungshaushalt der Atmosphäre gestört wird.

Was und wie können nun Konsument/innen zum Klimaschutz beitragen? Südtirol hat den großen Vorteil ,dass eine breite Palette von Grundnahrungsmitteln direkt im Lande produziert werden. Folglich soll bei dieser Veranstaltung verstärkt auf die Vorteile beim Einkauf von Regionalprodukten im Gegensatz zu den sogenannten „Kilometerfressern“ aufmerksam gemacht werden .Drei wesentliche Kriterien zeichnen die Regionalprodukte aus: FAIR = sind Produkte, die unter würdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen entstanden sind. ÖKO = durch sparsamen Umgang mit Rohstoffen und weniger Abfall. NÄHE = Klimaschutz durch kurze Transportwege, niedrigen Energieverbrauch sowie weniger Treibhausgase. Der bekannte Klimafachmann Prof. Dr. Wolfgang Seiler aus Karlsruhe wird das Hauptreferat halten, anschließend erfolgt eine Podiumsdiskussion mit Maria Kuenzer, Landesbäurin und Landtagsabgeordnete, Elisabeth Patzleiner vom Brunecker Bauernmarkt, Annelies Brugger stellt das Projekt „Fast nackt“ vom KVW vor und Fachlehrerin Barbara Gufler berichtet über ein Projekt zum verantwortlichen Wirtschaften im Haushalt.

Christine Baumgartner

„Klimawandel/Klimaschutz/Klimaanpassung“

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler c/o Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) Garmisch-Partenkirchen

Vortrag bei „Plattform Pro Pustertal“
5. März 2010; Bruneck

Weltweite Messungen an Bodenstationen, mit Radiosonden und neuerdings durch Satelliten lassen keinen Zweifel daran, dass sich das globale Klima seit Beginn der Klimaaufzeichnungen in 1860 erheblich verändert hat. In diesem Zeitraum ist die globale Jahresmitteltemperatur um insgesamt 0.8°C angestiegen, was in etwa einem Viertel der Temperaturdifferenz zwischen der letzten Eiszeit vor ca. 20 Tausend Jahren und der heutigen Warmzeit entspricht. Dieser Klimawandel erfolgt schneller als erwartet und ist mit erheblichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen verbunden, die sich u.a. in dem sich beschleunigenden Artenverlust, den drastisch steigenden volkswirtschaftlichen Schäden und der steigenden Zahl der Umweltflüchtlinge widerspiegeln.

Im Alpenbereich ist die Temperatur mit mehr als 2.0°C und damit doppelt so schnell angestiegen wie im globalen Mittel. Noch wichtiger sind die Veränderungen der Niederschlagsmengen, die sich in den einzelnen Alpengebieten regional unterschiedlich entwickelt haben und insgesamt eine deutliche Veränderung der saisonalen Niederschlagsverteilung aufweisen. Diese Änderungen sind südlich und nördlich der Alpen unterschiedlich ausgeprägt und haben bereits heute erhebliche Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft sowie auf die Stabilität natürlicher Ökosysteme und deren Schutzfunktionen. Darüber hinaus hat Zunahme der meteorologischen Extremereignisse (Sturm, Starkniederschläge, Dürren) zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden geführt. Besonders betroffen vom Klimawandel sind die niedrig gelegenen Wintersportgebiete, in denen der Wintertourismus mit zunehmenden Jahren eine immer geringere Bedeutung einnehmen wird.

Wesentliche Ursachen für den Klimawandel sind menschliche Aktivitäten, hier insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdgas und Erdöl), durch die in zunehmendem Maße Kohlendioxid in die Atmosphäre emittiert und dadurch der natürliche Strahlungshaushalt der Atmosphäre gestört wird. Aufgrund (i) der Trägheit des Klimasystems, (ii) der wachsenden Weltbevölkerung um weitere drei Milliarden Menschen bis 2050 sowie (iii) des steigenden Wohlstands und (iv) der zunehmenden weltweiten Industrialisierung ist ein weiterer Klimawandel in absehbarer Zeit nicht mehr zu verhindern. Wenn keine entscheidenden Maßnahmen in nächster Zeit ergriffen werden, muss bis Ende des Jahrhunderts mit einer weiteren Temperaturzunahme um bis zu 6°C gerechnet werden. Die globalen und regionalen Auswirkungen eines derartigen Klimawandels können derzeit nur mit großen Unsicherheiten abgeschätzt werden. Hinzu kommen so genannte Rückkopplungsmechanismen, die zu einem nicht mehr kontrollierbaren Klimawandel mit unabsehbaren Folgen führen kann.

Es wird deshalb auf internationaler Ebene angestrebt, den weiteren Klimawandel auf einen Wert von +2°C zu stabilisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen und hier insbesondere der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 50% auf weltweiter Ebene und um 80% in den Industrienationen (auch Italien) notwendig. Unterstützt wird diese Forderung durch die nur begrenzt verfügbaren fossilen Energieressourcen, die einen schnellen und drastischen Umbau der bestehenden Industriegesellschaft ohnehin erforderlich macht. Dabei stehen die Kommunen vor einer besonderen Herausforderung, weil sie nicht nur für die Bereitstellung von ausreichender und bezahlbarer Energie für ihre BürgerInnen verantwortlich ist, sondern auch aufgrund der steigenden Energiepreise höhere Sozialleistung schultern muss.

Diese Herausforderung ist nur zu meistern, wenn auf der einen Seite die Energie wesentlich effizienter als heute üblich genutzt wird, d.h. der bestehende hohe Energieverbrauch durch Änderung des persönlichen Verhaltens im Beruf, zuhause, im Verkehr und/oder beim Ein-kaufen (Regionalvermarktung) sowie durch technische Maßnahmen wie z.B. besserer Wärmedämmung und Wärmenutzung oder Kauf energieeffizienterer Geräte empfindlich verringert wird. Auf der anderen Seite muss der verbleibende und dringend erforderliche Energiebedarf durch regenerative Energiequellen abgedeckt werden. Vorrangig ist dabei die Nutzung der Biomasse, der Solarenergie sowie der Wasser- und Windkraft zu nennen, die durch eine dezentrale Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung und erhöhten Einsatz geeigneter innovativer Technologien ergänzt werden muss.

Nachdem ein weiterer Klimawandel mit seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgewirkungen nicht mehr vermeidbar ist, dürfen sich unsere Anstrengungen nicht nur auf Maßnahmen zur Vermeidung der Emissionen klimarelevanter Spurengase, hier insbesondere von Kohlendioxid, konzentrieren, sondern gleichzeitig Maßnahmen zur Anpassung an die aus der Klimaänderung resultierenden Konsequenzen berücksichtigen. Auf die Gesellschaft kommt damit eine besonders große Herausforderung zu, der wir uns in den nächsten Jahren stellen müssen.

Garmisch-Partenkirchen, 22. 02.2010

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: