CIPRA: Nur klimaverträglicher Tourismus ist nachhaltig

mehr dazu (mit Dossier zum Download): hier. / in italiano

CC.ALPS: CIPRA FORDERUNGEN ZUM TOURISMUS

Der Klimawandel stellt den alpinen Tourismus vor grosse Herausforderungen. Er muss sich an den Klimawandel anpassen und gleichzeitig klimaverträglicher werden. Insbesondere in den Schlüsselbereichen Verkehr und Energie liegen grosse Potenziale für eine Reduktion des CO2-Ausstosses. Der Tourismus ist eine Branche, die mit hohen Fördermitteln ausgestattet ist. Die öffentliche Hand muss mit der Tourismusförderung die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit lenken.Bei der aktuellen Diskussion über die Entwicklungen im Tourismusgeschäft dominieren die Positionen der grossen Seilbahnunternehmen, die im Wesentlichen auf den Skitourismus und die Aufrechthaltung des Status quo fixiert sind. Wer aber nur auf Schnee und Ski setzt, forciert eine kapitalintensive, hoch technisierte und zu Monostrukturen neigende Form des alpinen Tourismus, die weder klima- noch umweltverträglich ist.

Die CIPRA fordert:

1 – Endlich attraktive klimafreundliche Reisemöglichkeiten anbieten!

Der touristische Verkehr, insbesondere die An- und Abreise, ist die mit Abstand wichtigste CO2Quelle im alpinen Tourismus. 75 % der touristischen CO2-Emissionen gehen auf das Konto des Verkehrs. Die CIPRA fordert die Tourismusanbieter inner- und ausserhalb der Alpen auf, endlich attraktive Angebotspakete auf den Markt zu bringen, die eine klimafreundliche An- und Abreise sowie eine sanfte Mobilität am Urlaubsort gewährleisten. Gleichzeitig sind die Reisenden gefordert, die Angebote zu nutzen.

2 – Energieeffiziente Gebäude für den Tourismus!

Touristische Gebäude müssen energieeffizienter werden. Gerade in Höhenlagen, die praktisch nebelfrei sind, kann die Sonne passiv zur Beheizung der Gebäude und aktiv zur Produktion von Energie genutzt werden. Die CIPRA fordert die TourismusanbieterInnen auf, sowohl beim Bauen wie auch beim Sanieren eine Vorbildfunktion auszuüben und sich damit einen Marktvorteil zu verschaffen. Touristische Förderung im Bauwesen darf nur für vorbildliche Standards gewährt werden. Auch der Zweitwohnungsbau muss eingedämmt werden, weil er regionalwirtschaftlich, landschaftsästhetisch und klimapolitisch schädlich ist.

3 – Neue Wege zu einem naturnahen und klimaverträglichen Tourismus!

Gemeinden und Regionen dürfen die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschliessen. In Anbetracht des Klimawandels und seiner Auswirkungen müssen sie insbesondere in niedrigeren Lagen neue Wege einschlagen, um die Abhängigkeit vom Ski- und Wintertourismus zu reduzieren. Dieser Umbau hat nachhaltig und klimaverträglich zu erfolgen.

4- Keine Erschliessung von Gletschern und unberührten Landschaftskammern!

Der klimabedingte Anstieg der Schneefallgrenze und die verminderte Schneesicherheit dürfen nicht dazu führen, dass weitere Gletscher und noch unberührte Landschaftskammern mit neuen Skigebieten erschlossen werden. Die CIPRA fordert deshalb für den gesamten Alpenraum ein Verbot von touristischen Neuerschliessungen von Gletschern oder bisher noch nicht erschlossenen Landschaftskammern. Der eben erst begonnene Einsatz von Gletscherfolien kann zu einer Bedrohung des alpinen Landschaftsbildes werden. Er muss deshalb eingedämmt werden. Die CIPRA fordert eine Bewilligungspflicht für Gletscherfolien und eine restriktive Bewilligungserteilung.

5 – Tourismusförderung nur für naturnahe, nachhaltige und klimaverträgliche Aktivitäten!

Mit der Förderung des Tourismus wird entschieden, ob sich die Tourismusentwicklung an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes orientiert. So verstärkt zum Beispiel jeder Euro, der in die Beschneiung investiert wird, die Abhängigkeit vom Ski- und Wintertourismus. Zudem wurde nachgewiesen, dass mehr Beschneiung nicht automatisch zu besseren Geschäftsergebnissen führt, aber sehr wohl negative ökologische Effekte haben kann. Die CIPRA fordert deshalb den Verzicht der öffentlichen Hand auf die finanzielle Förderung der Beschneiung. Vielmehr soll die Förderung auf langfristige und zukunftsfähige Massnahmen zugunsten eines Ganzjahrestourismus konzentriert werden. Die CIPRA fordert die öffentliche Hand auf, in der Tourismusförderung eine Gesamtschau vorzunehmen und Fördergelder strikt nach den Kriterien einer starken Nachhaltigkeit auszurichten. Dazu gehören auch eine Kosten-/Nutzen-Rechnung und der Nachweis der regionalwirtschaftlichen Bedeutung und der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit der geförderten Akteure und Aktivitäten.CIPRA: Nur klimaverträglicher Tourismus ist nachhaltig

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: