Thementag GELD mit Zukunft – Samstag 13.10.2012, Bruneck

Faltblatt (PDF, 650 KB)

Was läuft falsch im Geldwesen? Wie kann ein Geldsystem aussehen, das regionale Wirtschaft, Solidarität und Nachhaltigkeit fördert? Was können wir in unserer Region tun?

Diesen Fragen ist ein Thementag gewidmet, den die Plattform Pro Pustertal am Samstag, 13. Oktober im Michael-Pacher-Haus in Bruneck (Kapuzinerplatz) organisiert. Es referieren Prof. Margrit Kennedy, Expertin für Geldwesen und alternative Währungen, und Franz Galler, Initiator der Regionalwährung „Sterntaler“ im Berchtesgadener Land.

Der Tag beginnt um 9 Uhr mit dem Spiel „Das Geld und ich„, das die Schattenseiten unseres Geldsystems erfahrbar macht. Es folgt um 11 Uhr das Referat von Margrit Kennedy „Geld für alle – Währungen zur Förderung der regionalen Wirtschaft“ und um 12.30 Uhr die Vorstellung der Regionalwährung „Sterntaler“ durch Franz Galler. Um 14.30 Uhr folgt ein Workshop mit den beiden Referenten zum Thema „Regionalwährung auch bei uns?“ über konkrete Möglichkeiten für den Raum Bruneck/Pustertal.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zur Deckung der Kosten zählen wir auf den Beitrag der Teilnehmenden durch eine freiwillige Spende. Die Veranstaltung wird unterstützt von:

Details zur Veranstaltung:

Prof. Dr.  Margrit Kennedy

ist eine deutsche Architektin, Ökologin, Schriftstellerin und Kapitalismus-Kritikerin. Sie arbeitete als Stadtplanerin und Ökologin in Deutschland, Nigeria, Schottland und in den USA und promovierte in den USA in „Öffentlichen und Internationalen Angelegenheiten“. Sie führte Forschungsvorhaben zum Thema Schulen als Gemeinschaftszentren für das Schulbau-Institut der Länder (Berlin), die OECD und die UNESCO in insgesamt 15 Ländern Europas sowie Nord- und Südamerika durch. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987 leitete sie den Forschungsbereich Ökologie/Energie und Frauenprojekte, hatte eine Gastprofessur für Stadtökologie an der Gesamthochschule Kassel inne und arbeitete über ein Jahrzehnt als Professorin der Abteilung Technischer Ausbau und Ressourcen sparendes Bauen im Fachbereich Architektur der Universität Hannover. Diese Tätigkeiten führten sie zu der Erkenntnis, dass eine breitere Anwendung ökologischer Prinzipien durch einen grundsätzlichen Fehler im Geldsystem behindert wird. Sie begann an der Entwicklung alternativer Geldsysteme zu arbeiten und hat dazu zahlreiche Bücher, Aufsätze und Interviews veröffentlicht. Über ihre Vorträge zu monetären Themen entstand eine Gruppe engagierter Menschen, die mit Margrit Kennedy ein Netzwerk zur Umsetzung regionaler Komplementärwährungen aufbaute. Daneben engagierte sie sich aktiv in Planung und Bau eines ökologischen Modellprojekts mit 150 Bewohnern in Steyerberg, Niedersachsen wo sie mit ihrem Mann seit 27 Jahren lebt. Ende 2011 veröffentlichte Margrit Kennedy ihr neuestes Buch „Occupy Money“ und initiierte zusammen mit anderen die gleichnamige Gruppe im Kontext der Frankfurter Occupy Bewegung.  (z.T. aus Wikipedia)

Franz Galler

aus Ainring im Berchtesgadener Land war als gelernter Bankkaufmann über 30 Jahre im Bankwesen tätig. Mit seinem in 2010 gegründetem Büro für nachhaltige Regionalentwicklung ist er Organisator einer in 2011 über die Hochschule München gestarteten Zusatzausbildung Nachhaltige Ökonomie ländlicher Räume. Der gesuchte Redner zeigt in seinen Vorträgen neue regionale Wege aus einem Denkgefängnis „Geld“ und praktische Beispiele für einen anderen Umgang damit.
Galler hat Pioniergeist bewiesen und stellt kompetent und mit großem Praxisbezug Lösungsansätze vor, die auf Regionalität statt „Globalisierung“, auf Kooperation statt Konkurrenz und auf Nachhaltigkeit statt Wachstum und Umweltzerstörung setzen. Er ist Initiator der Regionalwährung Sterntaler und Entwickler des RegioSTAR-3-Schalenmodells. Er ist im Referenten-Pool von Money Alliance Network.
Am Freitag, den 12. Oktober wird Herr Galler an der Uni Bozen sprechen.

Programm

9.00-10.45 Uhr – Spiel: „Das Geld und ich“ – Margrit Kennedy, assistiert von Franz Galler

11.00-12.20 Uhr – Referat: „Geld für alle – Währungen zur Förderung der regionalen Wirtschaft“ – Margrit Kennedy

12.30-13.00 Uhr – Referat: „Regionalwährung Sterntaler“ – Franz Galler

14.30-17.30 Uhr – Workshop: „Regionalwährung auch bei uns?“ – Franz Galler, assistiert von Margrit Kennedy

„Das Geld und ich“   Das Monneta-Geldspiel

Das Spiel dient zur Klärung unseres persönlichen und kollektiven Verhältnisses zum Geld. Es eignet sich sowohl für sehr große wie auch kleine Gruppen wird jedoch immer in Kleingruppen mit etwa 5 Personen gespielt.

Die Teilnehmer/-innen bringen Papier und Schreibgerät für Notizen und Geld in Form von einigen kleinen Geldscheinen (am besten 5 – 10 Euro Scheine) mit.

Der „Einsatz“ (in Form von Geld) sollte der Bedeutung entsprechen, welche die Teilnehmer/innen ihrem Lernprozess beimessen.

Das Spiel macht Spaß UND es ist Ernst. Als abstraktes Modell einer komplexen Realität gehorcht es einfachen Regeln und ermöglicht einen intensiven Lernprozess.

Es ist ungefährlich, d. h. man riskiert nicht sein Überleben, erkennt aber seine eigenen Einstellungen ebenso wie die kollektive Schattenseite des Themas „Geld“.

„Geld für alle – Währungen zur Förderung der regionalen Wirtschaft“ 

Die Unwissenheit über die Funktionsweise des gegenwärtigen Geldsystems und die Vorzüge von komplementären Währungen zur Stabilisierung des Systems beherrscht das Handeln in Politik und Wirtschaft. Politiker aller Parteien wissen nicht wie nachhaltige Geldsysteme entstehen und den kontinuierlichen Wachstumszwang, wie die Bildung von Spekulationsblasen und die Umverteilung finanzieller Ressourcen von Fleißig zu Reich beenden können. Die Rettung von Großbanken und Staaten auf Kosten der Steuerzahler ist eine Scheinlösung und eine Verschwendung öffentlicher Mittel in einem bisher unbekannten Ausmaß.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten wie die entstandenen Probleme anders bewältigt werden können, darunter Modelle für die Beseitigung eines wenig diskutierten Fehlers im Geldsystem selbst und neue ergänzende oder „komplementäre“ Währungen für verschiedene Zwecke von der lokalen bis zur globalen Ebene. Sie bieten Möglichkeiten, den negativen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu begegnen, den Abfluss finanzieller Liquidität in Niedriglohnländer und Steuerparadiese aufzuhalten und der Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Abwanderung von Firmen Einhalt zu gebieten. Darüber hinaus erhöhen sie die Vielfalt und damit auch die Nachhaltigkeit unseres Finanz- und Wirtschaftssystems.

„Regionalwährung Sterntaler“

Anknüpfend an den Vortrag von M. Kennedy, zeigt Franz Galler ein Modell auf, in dem Geld zum stimmigen Mittel wird, das der Gemeinschaft dient und nicht über sie herrscht. Die Sozialgenossenschaft RegioSTAR eG aus dem Berchtesgadener Land hat ein kleinräumiges Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell verwirklicht, in dem mit verschiedenen Handlungsfeldern die Grundversorgung ihrer Mitglieder gesichert und Gemeinschaftseigentum aufbaut wird. Dabei nimmt der komplementäre „Sterntaler“ (eine von vielen Regionalwährungen weltweit) höchstmöglichen Einfluss auf die Wirkung des eigenen Geldes und behält es im Kreislauf.

Workshop 

Am Nachmittag geht es um die konkreten Möglichkeiten in unserer Region. Besteht Interesse, eine lokale Währung im Großraum Bruneck (oder auch darüber hinaus) einzurichten, die regionale Wirtschaftskreisläufe fördert und zu mehr Solidarität und Nachhaltigkeit führt? Welche konkreten Schritte können dazu führen? Gibt es Wirtschaftstreibende und Private, die den Aufbau einer solchen Währung aktiv unterstützen wollen? Im besten Fall bildet sich an diesem Nachmittag eine Gruppe, die konkrete Schritte in diese Richtung unternehmen wird.
Zudem bietet das Seminar die Gelegenheit, bestehende alternative Finanz-Modelle besser kennen zu lernen und bei den Referaten entstandene Fragen beantwortet zu bekommen.

Lektüre:

Margrit Kennedy:

„Geld ohne Zinsen und Inflation“
„Regionalwährungen – ein neuer Weg zu nachhaltigem Wohlstand“
„OCCUPY MONEY – Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind“

Christian Felber:

„Neue Werte für die Wirtschaft – Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus“

Links:

Sozialgenossenschaft RegioSTAR, Freilassing- www.regiostar.com

Regiogeld e.V. – www.regiogeld.de

Silvio Gesell – Wikipedia-Artikel

Repubblica.it 19.06.2012 über Lokalwährungen in Italien

Faltblatt zur Veranstaltung

Faltblatt (PDF, 650 KB)

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