PPP-Vollversammlung am 16.11.2012 mit Referat André Gilhofer zum Thema „Boden“

Die Plattform Pro Pustertal setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2002 für die nachhaltige Entwicklung des Lebensraumes Pustertal ein. Zu ihrer Vollversammlung am 16.November in Bruneck lud sie den Landwirt und Biologen Mag. Andrè Gilhofer aus dem österreichischen Mühlviertel zum aktuellen Thema „Der Boden im Spannungsfeld zwischen Güllewiesen, Almidylle und Klimastörungen“ ein. Der Referent erklärte dem zahlreichen Publikum die Bestandteile eines gesunden Bodens, welcher aus Sand , Ton, Humus und zahllosen Mikroben besteht und gemeinsam mit Luft und Wasser in seinen Poren die Fruchtbarkeit garantiert und zusätzlich als wichtiger Klimaregulator wirkt.

Er zeigte aber auch die zunehmende Gefährdung der Ackerböden durch die nun seit über 60 Jahren gehäufte Verwendung von Handelsdünger, Spritzmitteln und Gülleausbringung auf. Trotz dieser intensiven Bewirtschaftung im Ackerbau und aller technischen Fortschritte ist es nicht gelungen, den weltweiten Hunger zu besiegen. Eine oft verschwiegene Tatsache ist, dass zwei Drittel der Menschheit immer noch von Kleinbauern mit traditioneller Landwirtschaft ernährt werden.

Gilhofer warnte in Zusammenhang mit dem rapiden Abschmelzen der Gletscher durch die Klimaerwärmung vor verstärkten Hochwassern, die wiederum von den durch Überdüngung undurchlässigen Böden nicht mehr genügend aufgesogen werden können, zeitgleich aber auch Humus und Nährstoffe abschwemmen. Aus ganzheitlicher Betrachtung muss in Zusammenhängen der Lebenskreisläufe auch die zunehmende Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier gesehen werden, die modernen Zivilisationskrankheiten wie Tumoren, Diabetes, Depressionen und Burnout sind Ausdruck von gestörtem Gleichgewicht auf tieferer Ebene.

Der Referent betonte seine Rolle als „Botschafter der Natur“, die über Millionen von Jahren Lebensformen aufgebaut hat und nun verstanden und gut behandelt werden will. Dafür engagiert er sich als Landwirt und Berater für Sanierungen in landwirtschaftlichen Betrieben. Die Natur selbst hat gewaltige Regenerations-Mechanismen zur Verfügung, allerdings sind gerade die Alpengebiete sehr viel sensibler durch die kürzeren Vegetationsphasen und die größeren Gefahrenpotentiale und deshalb appelliert er an stärkeres Bewusstsein der Bergbewohner für diese ihre sensible und kostbare Umwelt.

18.11.2012

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