Offener Brief an den neuen Ausschuss der Fraktion Bruneck und an den Bürgermeister: Grünflächen entlang der Rienz

In der Fraktion Bruneck verfügen wir derzeit über einen großen verbauten Raum, private Flächen, Wald, ein paar Kinderspielplätze und zwei öffentliche Grünflächen. Bei einer dieser Grünflächen handelt es sich um den Kapuziner Garten, der nicht der Öffentlichkeit gehört und nur temporär genutzt werden kann. Bei der zweiten um den Grünstreifen entlang der Rienz, im Nord-Osten der Kuntnerbrücke.

In Bruneck gibt es viele Menschen, die nicht über einen eigenen Garten verfügen. Daneben gibt es Viele, die sich gerne im Grünen aufhalten, sich dort mit Freunden oder Gleichgesinnten treffen. Das können Berufstätige sein, die sich in der Mittagspause kurz entspannen wollen, Jugendliche, Familien mit kleinen Kindern oder ältere Menschen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es genügend öffentliche Grünflächen gibt, die in der Sonne liegen und schnell zu Fuß, mit dem Rad, sowie mit dem Rollstuhl erreichbar sind. Diese ergänzen die Wälder, die vor allem bei hohen Temperaturen gerne aufgesucht werden. Je mehr öffentliches Grün vorhanden ist, desto höher ist die Lebensqualität in einer Stadt. Der Aufenthalt an einem fließenden Gewässer ist besonders erholsam. Auch die zahlreichen Rad-Touristen die am Pustertaler-Radweg unterwegs sind, brauchen Rastplätze.

Denken wir nur an Bozen mit den Talferwiesen, Brixen mit den Rappanlagen oder München mit den Isargrünflächen – in diesen Orten stehen der Öffentlichkeit im Zentrum direkt am Wasser große Freiflächen zur Verfügung. Auch in unserer unmittelbaren Nähe haben wir ein gutes Beispiel: St. Georgen wurde durch die „Ahr-Beach“ enorm aufgewertet.

Im Entwurf des neuen Bauleitplanes ist der Parkplatz, auf dem der Mittwoch-Markt abgehalten wird, als Grün eingetragen, was sehr zu begrüßen ist. Gleichzeitig ist jedoch das derzeit noch im Bauleitplan eingetragene öffentliche Grün neben dem Diana-Spielplatz verschwunden, was wir als enormen Verlust betrachten. Diese Fläche eignet sich besonders gut für einen Park und ist von einem großen Gebiet, das sonst über keine öffentlichen Grünflächen verfügt, gut erreichbar. Der Spielplatz wird durch den neuen Wohnbau eingeengt und verschattet. Sollte darüber noch kritisch nachgedacht werden?
Es ist gut verständlich, dass es neue Wohnbauzonen braucht und eine Verdichtung ist immer zu begrüßen. Jedoch nur im verbauten Gebiet – die restlichen Freiflächen müssen unbedingt erhalten werden, da es in Bruneck nur noch einige wenige gibt.

Am 26. August 2016 wurde dem Bürgermeister folgender Text übergeben, der von mehr als tausend Menschen unterschrieben worden ist: „Im Bereich Eishockeystadion bzw. Rienzfußballplatz-Tennishalle soll eine weitere große Wohnbauzone errichtet werden. Wir sind der Meinung, dass diese zusammenhängende Fläche, eine der letzten noch nicht komplett verbauten Areale im Stadtgebiet, als Sport- und Naherholungszone erhalten und ausgebaut werden muss.“

Wir möchten diese Meinung nochmals unterstreichen und appellieren an Sie, diese Zone als öffentlich nutzbare Freiflächen in Flussnähe zu erhalten. Die Liegewiese des Schwimmbades ist jetzt schon häufig überfüllt und muss über kurz oder lang vergrößert werden. Was passiert, wenn rundherum alles verbaut wird? Dann muss wieder eine Struktur, die gut funktioniert, verlagert werden. Das ist mit enormen Kosten verbunden, die anderweitig gut eingesetzt werden könnten.

In welchem Verhältnis steht der Bedarf von einigen wenigen Menschen, der 34 vorgesehenen Wohneinheiten, gegenüber dem Erholungsbedarf einer gesamten Stadt samt den vielen PendlerInnen und Touristen?

Sollte ein Ideenwettbewerb für diese Zone ausgeschrieben werden, was aus unserer Sicht nicht notwendig und eine Verschwendung von Zeit, Energie und Ressourcen ist, muss unbedingt die Vorgabe gemacht werden, dass mindestens die Flächen im Eigentum der Fraktion als öffentliche Freiflächen erhalten bleiben. Am besten wäre ein Garten mit ein paar Bäumen und Sitzgelegenheiten in dem sich Alle frei entfalten können.

Nachdem Sie, Herr Bürgermeister, ausdrücklich Ihren Wunsch nach Partizipation der Bevölkerung zu diesem Projekt kundgetan haben, sehen wir diese Anregungen als unseren konkreten Beitrag. Wir stehen auch weiterhin gerne für eine konstruktive Mitarbeit zur Verfügung.

11.01.2017
Der Ausschuss der PPP – Plattform Pro Pustertal
Gerhard Elzenbaumer, Christine Baumgartner, Hanspeter Niederkofler, Elisabeth Mair

 

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